Einwohner

Einleitung


Durch seine interessante Vergangenheit und als Teil der internationalen Gewürzstraße vor vielen Hundert Jahren ist in Malaysia ein buntes Völkergemisch entstanden. Von den Menschen bis hin zu seiner Architektur spiegelt das Land das vielseitige Kulturerbe eines bunten Vielvölkerstaates wider. Um die Kultur des Landes zu verstehen, muss man zunächst einmal seine Menschen kennenlernen.

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Malaien, Chinesen, Inder und viele andere ethnische Gruppen leben hier seit vielen Generationen friedlich nebeneinander. Die verschiedenen Kulturen haben sich gegenseitig beeinflusst, wodurch die wahre malaysische Kultur entstanden ist.

Die größten Völkergruppen des Landes bilden Malaien, Chinesen und Inder. In Sabah und Sarawak leben unzählige indigene Gruppen mit ganz eigener Kultur.

Malaien

Heute sind die Malaien die größte ethnische Gruppe des Landes mit einem Bevölkerungsanteil von über 50 %. Das Wort Malaie bezieht sich in Malaysia auf eine Person, die den Islam und die malaiische Kultur praktiziert, die malaiische Sprache spricht und dessen Vorfahren Malaien sind. Der Wechsel vom Hinduismus und Theravada Buddhismus zum Islam begann im 15. Jahrhundert, größtenteils beeinflusst von der Entscheidung des Königlichen Hofs von Melaka. Die Malaien sind bekannt für ihre sanftmütige Art und ihr bedeutendes Kunsterbe.

Chinesen

Mit 24 % der Bevölkerung bilden die Chinesen die zweitgrößte ethnische Gruppe des Landes. Die Chinesen, die überwiegend von chinesischen Immigranten abstammen, die im 19. Jahrhundert einwanderten, sind vor allem für ihren Fleiß und ihren Geschäftssinn bekannt. Die drei Untergruppen, die verschiedene Dialekte sprechen, umfassen die Hokkien, die sich vor allem auf Penang im Norden angesiedelt haben, die Kantonesen, die überwiegend in der Hauptstadt Kuala Lumpur leben und die Mandarin-sprechende Gruppe, die vor allem im Bundesland Johor im Süden ansässig sind.

Inder

Die kleinste der drei ethnischen Hauptgruppen sind die Inder, die ca. 10 % der Bevölkerung ausmachen. Die meisten von ihnen sind Nachfahren der Tamil-sprechenden südindischen Immigranten, die während der britischen Kolonialherrschaft das Land besiedelten, angetrieben von der Hoffnung, aus dem indischen Kastensystem auszubrechen und mit der Aussicht, auf ein besseres Leben in Malaysia. Die vor allem hinduistische Bevölkerung bereicherte das Land mit ihrer bunten Kultur mit verzierten Tempeln, einer würzigen Küche und prachtvollen Saris.

Indigene Volksstämme


Orang Asli

Die Bezeichnung Orang Asli wird im Allgemeinen für jeden indigenen Volksstamm der Halbinsel Malaysia verwendet. Sie lassen sich in drei Hauptgruppen unterteilen: Negrito, Senoi und Proto-Malaien. Die Negrito leben im Norden, die Senoi in der Mitte des Landes und die Proto-Malaien im Süden. Jede Gruppe oder Sub-Gruppe hat ihre eigene Sprache und ihre eigene Kultur. Einige von ihnen sind Fischer, einige sind Bauern und einige Seminomaden.

Sabah


Die größten indigenen Volksstämme von Sabah sind die Kadazan Dusun, die Bajau und die Murut.

Kadazan Dusun

Die größte ethnische Gruppe von Sabah, die Kadazan Dusuns, machen ca. 30 % der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Sie wird eigentlich aus zwei Volksstämmen, den Kadazan und den Dusun, gebildet, die sich aufgrund ihrer gemeinsamen Sprache und Kultur zusammengeschlossen haben. Die Kadazan bewohnen vor allem die flachen Täler, wo sie Reis anbauen, während die Dusun traditionell in den hügeligen und bergigen Regionen des Hinterlands von Sabah leben.

Bajau

Die zweitgrößte ethnische Gruppe von Sabah, die Bajaus, machen ca. 15 % der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Von jeher führte das Volk der Bajau ein nomadisches Seefahrerdasein, deshalb wurden sie gelegentlich auch als Seezigeuner bezeichnet. Sie verehrten den Gott des Meeres, den Omboh Dilaut. Einige von ihnen kehrten der See den Rücken und wurden Bauern und Viehzüchter. Diese Land-Bajaus erhielten aufgrund ihrer beeindruckenden Reitkünste, die bei dem jährlich stattfindenden „Tamu Besar" Festival in Kota Belud bewundert werden können, den Spitznamen „Cowboys des Osten“.

Murut

Der drittgrößte indigene Volksstamm von Sabah, die Muruts, machen ca. 3 % der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Sie leben im nördlichen Borneo und waren die letzten von Sabahs Völkern, die die Kopfjagd aufgaben. Heute bauen sie in erster Linie Reis und Tapioka an und ergänzen ihren Speiseplan durch Blasrohrjagen und Fischen. Ihre traditionelle Kleidung ist, wie die der meisten indigenen Stämme Sabahs, durch charakteristische Perlarbeit verziert.

Sarawak


Die allgemein als Dayak, Iban, Bidayuh und Orang Ulu bekannten Volksgruppen sind die größten im Bundesstaat Sarawak. Dayak, was flussaufwärts oder landeinwärts bedeutet, wird als Einheitsbegriff für die islamische Küstenbevölkerung mit über 200 Stammesgruppen verwendet. Üblicherweise leben sie in Langhäusern, traditionellen Gemeinschaftsunterkünften, in denen 20 bis 100 Familien wohnen können.

Iban

Die Iban stellen als größte Volksgruppe in Sarawak 30 % der Gesamtbevölkerung des Bundesstaats. Bei dieser Gruppe, die manchmal aufgrund ihrer Kenntnisse im Umgang mit Booten irrtümlich als Sea Dayaks bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um einen im Flussgebiet im Herzen von Kalimantan (malaysische Bezeichnung der Insel Borneo) lebenden Stamm. In der Vergangenheit waren ihre Mitglieder als gefürchtete Krieger, Kopfgeldjäger und Piraten bekannt. Traditionell verehren sie ein Göttertriumvirat, dem Singalang Burung, der Vogelgott des Krieges vorsteht. Wenngleich die meisten von ihnen inzwischen Christen sind, werden nach wie vor zahlreiche alte Bräuche gepflegt.

Bidayuh

Die friedliebenden, unbekümmerten und sanftmütigen Bidayuh von Sarawak sind für ihre Gastfreundschaft und ihren Tuak oder Reiswein berühmt. Sie sind größtenteils als Bauern und Jäger tätig und bauen ihre Häuser in den Gebirgsregionen von Sarawak. In ihren vergangenen Tagen als Kopfgeldjäger wurden die wertvollen Köpfe in einem „Baruk“ gelagert, ein Rundhaus mit einer Höhe von 1,5 Metern. Ursprünglich waren sie Animisten, aber inzwischen sind die meisten von ihnen zum Christentum übergetreten.

Orang Ulu

Auch bekannt als Flussstämme von Sarawak. Sie stellen mit über 100.000 verschiedenen Orang Ulu-Stämmen rund 5,5 % der Gesamtbevölkerung von Sarawak. Die wohl künstlerisch begabtesten Menschen auf Borneo dekorieren ihre großen Langhäuser mit Wandmalereien und prächtigen Holzschnitzereien. Ihre Utensilien sind mit aufwendigen Perlenstickereien versehen und vornehme Damen schmücken ihre Körper mit fein gearbeiteten Tätowierungen.